Am Abend des 12. August 2026 schob sich der Mond vor die Sonne — in Österreich nicht ganz, aber fast. Anlass genug, die Aquila zu nehmen und nach Graz zu fliegen: 164 km, 54 Minuten, 6.591 ft, allein, von Bad Vöslau quer über den Semmering.
Die Route ist die alte Südbahn aus der Luft: Baden, an der Hohen Wand vorbei, Neunkirchen, Gloggnitz — und dann der Pass. Genau über dem Semmering steht der höchste Punkt des Fluges, 6.591 ft, und er fällt fast auf die Halbzeit: Minute 27 von 54. Danach geht es das Mürztal hinunter — Mürzzuschlag, Kapfenberg, Bruck an der Mur, wo die Mürz in die Mur mündet — und weiter durchs Murtal an Frohnleiten vorbei nach Graz.
Graz stand schon einmal in diesem Buch: am 18. Juli 2025, mit Fluglehrer, über die Bucklige Welt und den Wechsel. Damals war es der weiteste Flug der Ausbildung und der erste kontrollierte Verkehrsflughafen überhaupt. Dreizehn Monate später dasselbe Ziel und dasselbe Muster, aber allein und auf der anderen Seite der Berge: nicht östlich außen herum, sondern mitten über den Pass.
Anderthalb Stunden nach der Landung begann die Finsternis. Um 20:16 MESZ war das Maximum erreicht, knapp neunzig Prozent der Sonnenscheibe verdeckt — nur stand die Sonne da schon nicht mehr am Himmel: Sie war zwei Minuten davor untergegangen. Die größte Verfinsterung dieses Abends fand hinter dem Horizont statt, und wer bis dahin etwas sehen wollte, brauchte einen freien Blick nach Westen.